Einzel- & Paargespräche (nationale/binationale Paare)
Gleiche Muttersprache oder unterschiedliche Muttersprache — zwei Menschen, die sich gerade nicht erreichen.

Ausführlich erklärt
Wenn zwei Menschen aus verschiedenen Ländern denselben Satz verschieden hören, ist selten der Wille das Problem. Ich arbeite mit beiden Seiten, auf Deutsch und auf Englisch.
In einer binationalen Beziehung ist die gemeinsame Sprache fast immer ein Kompromiss. Sie reicht für den Alltag und wird dünn, sobald es um Nähe, Geld, Familie oder Kränkung geht. Dann wird das Gespräch langsamer, einer von beiden verstummt — und der andere liest das Schweigen als Ablehnung, obwohl es Überforderung ist.
Wir arbeiten deshalb an einem geteilten Wortschatz statt an besserem Streiten. Jede Seite wird einmal ganz gehört, auf Deutsch oder auf Englisch. Danach legen wir gemeinsam fest, was die zehn wichtigsten Begriffe eurer Beziehung bei euch beiden bedeuten: Respekt, Familie, Zeit, Hilfe, Nein. Wer weiß, dass dasselbe Wort zwei Bedeutungen hat, streitet über die Sache und nicht über den Menschen.
- Streit entsteht aus einem Wort, nicht aus einem Thema.
- Einer von beiden verstummt, weil ihm die Sprache fehlt.
- Familie, Feste und Erwartungen von außen kollidieren.
- Du erklärst mehr, als du sprichst.
- 1Jede Seite wird einmal ganz gehört.
- 2Wir suchen die Stelle, an der die Bedeutung kippt.
- 3Du übst zwei Sätze, die in beiden Welten ankommen.
Drei Dinge, die du heute tun kannst
Du brauchst dafür keinen Termin und niemandes Zustimmung. Wenn eine der drei Übungen etwas bewegt, weißt du, dass das Gespräch sich lohnt.
Muttersprache für Gefühle
im nächsten wichtigen Gespräch
Sag den entscheidenden Satz zuerst in deiner Muttersprache, dann in der gemeinsamen Sprache. Der andere hört den Ton, bevor er die Worte übersetzt.
Zehn Wörter, zwei Bedeutungen
20 Minuten, gemeinsam
Schreib zehn Begriffe auf, die bei dir oft zu Streit führen. Jeder erklärt, was das Wort in seiner Familie bedeutet hat. Nicht diskutieren, nur zuhören.
Der Kultur-Check
vor Familienbesuchen
Kläre vorher drei Fragen: Wer entscheidet? Wer zahlt? Wann gehen wir? Die meisten binationalen Konflikte entstehen nicht am Tisch, sondern an ungeklärten Erwartungen davor.
„Zwei Menschen können dasselbe wollen und trotzdem streiten — weil dasselbe Wort bei ihnen zwei Dinge bedeutet.“