Gehört werden
Wenn sich dein Leben, deine Beziehung, deine Gespräche immer wieder im Kreise drehen und wiederholen.

Ausführlich erklärt
Du sagst einen Satz — und er kommt anders an, als du ihn gemeint hast. Wir schauen zuerst hin, was du eigentlich sagen wolltest, und dann, was dein Körper dazu meldet.
Gehört werden beginnt nicht beim Zuhören des anderen, sondern bei der Frage, was du eigentlich gemeint hast. Die meisten Frauen, die zu mir kommen, kennen ihren Streitpunkt auswendig — aber nicht den Wunsch, der darunter liegt. Wir arbeiten in dieser Reihenfolge: zuerst der Satz, den du sagen wolltest, dann die Wirkung, die er beim anderen hatte, und erst zuletzt die Formulierung, mit der beides zusammenpasst.
Im Gespräch trennen wir außerdem Gegenwart von Geschichte. Ein Teil dessen, was dich in einer Diskussion so heftig trifft, gehört nicht deinem Partner, sondern einer alten Erfahrung, in der niemand zugehört hat. Wenn dieser Anteil benannt ist, wird der aktuelle Konflikt kleiner — und verhandelbar.
- Du erzählst immer weniger, weil es ohnehin nichts ändert.
- Gespräche enden in Rechtfertigung statt in Nähe.
- Du fühlst dich allein, obwohl jemand neben dir sitzt.
- Du wirst gehört, aber nicht verstanden — und kannst nicht sagen, woran es liegt.
- 1Du erzählst. Ich höre zu, ohne zu bewerten.
- 2Wir trennen: Was gehört zu diesem Moment, was ist alte Erfahrung?
- 3Du gehst mit einem Satz, der dir gehört.
Drei Dinge, die du heute tun kannst
Du brauchst dafür keinen Termin und niemandes Zustimmung. Wenn eine der drei Übungen etwas bewegt, weißt du, dass das Gespräch sich lohnt.
Der Satz vor dem Satz
2 Minuten, vor dem nächsten Gespräch
Schreib auf, was du willst, bevor du es sagst: „Ich möchte, dass …". Ein Satz, kein Vorwurf. Wer den Wunsch kennt, verteidigt sich nicht.
Die Zwanzig-Sekunden-Regel
im Gespräch
Lass den anderen zwanzig Sekunden länger sprechen, als es sich richtig anfühlt. In diesen Sekunden kommt meist der Teil, um den es wirklich geht.
Rückgabe statt Antwort
einmal am Tag
Wiederhole einmal täglich in eigenen Worten, was du gehört hast, bevor du antwortest: „Bei dir kommt an, dass …". Das entschärft mehr als jedes Argument.
„Nicht jeder, der schweigt, hat nichts zu sagen. Manche haben nur aufgehört zu glauben, dass es ankommt.“